Kultur lässt sich nicht spalten

4 05 2016

Die Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V. hält es für äußerst bedenklich, den Kulturbereich auf zwei Ministerien aufzuspalten. Laut Medien-Information sollen künftig sowohl das Kultusministerium als auch die Staatskanzlei für Bereiche der Kultur zuständig sein. Theater, Orchester oder bildende und angewandte Kunst etwa gehen an die Staatskanzlei, während Bibliotheken, Kinder- und Jugendkultur oder Museen im Kultusministerium verbleiben. „Wie soll das praktisch funktionieren?“ so der Vorsitzende der Kulturkonferenz Christian Reineke. „Die Kultur in Sachsen-Anhalt lebt doch von einem gewachsenen und sich gegenseitig bereichernden Netzwerk. Beispielsweise kooperieren die Musikschulen als staatlich anerkannte Bildungseinrichtungen mit über 700 anderen Einrichtungen, viele ihrer Lehrkräfte sind gleichzeitig auch Musiker in den Theaterorchestern oder unterrichten an allgemein bildenden Schulen“. Die Aufteilung etwa von kultureller Bildung und der sogenannten Hochkultur in zwei Ministerien sei darum sachlich und fachlich falsch, zu eng sei Kultur und Bildung über zahlreiche und bundesweit renommierte Kooperationsprojekte miteinander verzahnt. Außerdem widerspräche dies einer Kernaussage des neuen Koalitionsvertrags, in dem Kultur als eng mit Bildung zusammenhängend erkannt worden sei und Synergieeffekte wie auch Reduzierung von Verwaltungsaufwand angestrebt werden.
Die Kulturkonferenz rät darum dringend, den Kulturbereich bei einem Ministerium zu belassen. Die vernetzte Kunst- und Kulturszene in Sachsen-Anhalt braucht einen starken Ansprechpartner und einen Kulturhaushalt, dessen Verteilung nicht ständig zwischen einzelnen Ministerien neu ausgehandelt werden muss.

Ergänzende Beiträge zur aktuellen Debatte:

Bildungsminister Marko Tullner in einem Beitrag der MZ vom 4. Mai 2016

Bildungsminister Marko Tullner in einem Beitrag der MZ vom 4. Mai 2016


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