Spartenübergreifender Dialog fortgeführt

18 12 2018

Mitgliederversammlung der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt 2018

Am 12.12.2018 fand die jährliche Mitgliederversammlung der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e. V. statt, diesmal im Moritzhof Magdeburg.

Die Mitglieder informierten sich u. a. über ihre aktuellen Erfahrungen zur Zuwendungspraxis des Landes Sachsen-Anhalt sowie zur Europäischen Datenschutzgrundverordnung und erörterten die gegenwärtigen Herausforderungen von Kultur im ländlichen Raum.

Die Jahreshauptversammlung wurde von zahlreichen Mitgliedern besucht und unterstrich für die Kulturverbände erneut die Bedeutung des gemeinsamen spartenübergreifenden Dialogs.



„Kultur der Vielfalt – Vielfalt der Kultur“

17 11 2018

Die Beauftragte für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, hat am 13.11.2018 gemeinsam mit der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, 130 Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Spitzenverbände und der Kultur zu einem Meinungsaustausch ins Bundeskanzleramt eingeladen. Die Auftaktveranstaltung für das Themenforum Kultur im Nationalen Aktionsplan Integration steht unter dem Motto „Kultur der Vielfalt – Vielfalt der Kultur“.

Staatsministerin Monika Grütters erklärte: „Zu den zweifellos größten gesellschaftlichen Herausforderungen gehört heute, Zusammenhalt in Vielfalt zu schaffen. Integration steht ganz oben auf unserer politischen Agenda. Gerade Kunst und Kultur können enorme Kräfte für ein gesellschaftliches Miteinander entfalten. Diese Kräfte brauchen wir derzeit mehr denn je, da vielerorts auf breiter Front Ressentiments gegen anders Denkende oder anders Lebende geschürt werden. Die bundesgeförderten Kultureinrichtungen sind bereits heute wichtige Motoren der Integration. Künftig wollen wir gemeinsam kulturelle Teilhabe und Diversität noch stärker nicht nur durch einzelne Projekte, sondern auch als dauerhafte Kern- und Querschnittsaufgabe in unseren Einrichtungen verbindlich verankern. Zudem wird mein Haus für die Weiterwicklung des ‚Nationalen Aktionsplans Integration‘ ein Kulturkapitel erarbeiten, das der Bedeutung der Kultur als Brückenbauerin, aber auch als Spiegel unseres Selbstverständnisses, Rechnung trägt. Das heutige Treffen dient dazu als Anstoß und Inspirationsquelle.“

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz erklärte: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nicht von oben verordnet werden. Zivilgesellschaft, Vereine, Verbände und Kulturbetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zum Zusammenwachsen unserer Gesellschaft und machen Vielfalt erlebbar. Mit dem ‚Nationalen Aktionsplan Integration‘ geben wir neue Impulse für die Integration – für eine Kultur der Vielfalt und eine Vielfalt der Kultur.“

Der Nationale Aktionsplan Integration der Bundesregierung orientiert sich an fünf Phasen der Zuwanderung und des Zusammenlebens (Zuwanderung, Erstintegration, Eingliederung, Zusammenwachsen, Zusammenhalt). Gemeinsam mit Ländern, Kommunen, nichtstaatlichen Akteuren und Migrantenorganisationen werden Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen erarbeitet, um die Integration insgesamt voranzutreiben. Die Ergebnisse werden auf den kommenden Integrationsgipfeln präsentiert.

Die heutige Veranstaltung bildet den Auftakt zur Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans Integration im Bereich Kultur. Institutionen und Initiativen zur kulturellen Integration sollen künftig noch intensiver und ertragreicher zusammenarbeiten. Hierfür werden sich die bundesgeförderten Kultureinrichtungen zukünftig jährlich treffen, um sich über praktische Fragen der Vermittlung, Integration und Diversität auszutauschen. Außerdem soll es künftig einen „Bericht zur Diversität im Kultur- und Medienbereich in Deutschland“ geben.

Gleichzeitig wird das bisherige „Netzwerk Kulturelle Bildung und Integration “ zum operativen Netzwerk der BKM-geförderten Kultureinrichtungen fortentwickelt. Es soll regelmäßig den Erfahrungsaustausch der Praktiker in den Einrichtungen bündeln und umsetzen, was durch die umfangreiche Expertise des bisherigen „Netzwerks Kulturelle Bildung und Integration“ erarbeitet wurde.

Das Treffen Netzwerk im Bundeskanzleramt wird mitveranstaltet von der Initiative Kulturelle Integration (IKI) unter Moderation des Deutschen Kulturrats.

Olaf Zimmermann, Moderator der Initiative kulturelle Integration und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, betonte: „Kultur ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Das bestätigen eindrucksvoll die 15 Thesen der Initiative kulturelle Integration, einem breiten Bündnis von Verbänden und Institutionen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Sie bieten eine Grundlage auch für die Debatte über das Kulturleben in einer vielfältigen Gesellschaft. In allen Sparten der Kultur wird darüber nachgedacht, wie Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler ihren Beitrag zur Integration leisten können. Dabei geht es auch darum, Migrantinnen und Migranten nicht nur als Zielgruppe für Kulturangebote, sondern als Akteure des Kulturschaffens anzusehen.“



6. Mitteldeutsche Kulturklausur in Magdeburg

17 11 2018

Vertreterinnen und Vertreter von kulturellen Spitzenverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich am 19. Oktober 2018 zur „6. Mitteldeutschen Kulturklausur“ im Kulturhistorischen Museum in Magdeburg getroffen.

Foto: Jörg Dietrich

Mitglieder des Kultursenats Sachsen, der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt und des Kulturrates Thüringen tauschten sich dabei über wichtige kulturpolitische Entwicklungen in ihren Ländern aus. So tauschten sich die Expertinnen und Experten über die aktuellen Entwicklungen in der Kulturpolitik in den jeweiligen Ländern aus. Insbesondere wurden die Fragen „Kultur als Standortfaktor“, Bedeutung „Kultureller Bildung“ und „Gedanken zur Kulturforschung“ erörtert.  Außerdem tauschten sich die Fachleute über aktuelle Entwicklungen in Fragen der Vergütung der Beschäftigten im Kulturbereich aus.

Die Teilnehmenden informierten sich intensiv über die Kulturhauptstadtbewerbungen der mitteldeutschen Städte für das Jahr 2025, vor allem die Magdeburgs. Es wurde vereinbart, die 7. Kulturklausur im Oktober 2019 in Sachsen durchzuführen.

Der Magdeburger Kulturbeigeordnete Prof. Dr. Puhle (rechts) erläuterte die Relevanz der Kulturhauptstadtbewerbung der Landeshauptstadt für die Stadtentwicklung. Links im Bild Dr. Christian Reineke (Foto: A. Schneider)



Freier Eintritt ist kein Allheilmittel

8 11 2018
Deutscher Bundestag / Ausschuss für Kultur und Medien debattiert

Berlin: (hib/AW) Ein prinzipieller Eintritt in Museen führt nicht automatisch zu dauerhaft höheren Besucherzahlen. Dies war die einhellige Aussage von Sachverständigen in einem Fachgespräch des Kultur-und Medienausschusses am Mittwoch über den freien Eintritt zu Kultureinrichtungen. Vor allem warnten die Experten vor der Erwartung, mit einem kostenfreien Zugang könnten in einem größeren Umfang Menschen erreicht werden, die kostenpflichtige Kultureinrichtungen nicht nutzen.

Der Kulturjournalist Peter Grabowski verwies darauf, dass etwa 50 Prozent der Deutschen so gut wie nie ein Museum besuchen. Die Bereitschaft für den Besuch von Kultureinrichtungen steige zwar mit dem Haushaltseinkommen und dem Bildungsgrad, bei der Entscheidung spiele der Eintrittspreis allerdings eher eine sekundäre Rolle. Primär würden die Menschen eher nach dem persönlichen Mehrwert eines solchen Besuchs fragen. Unterrepräsentiert unter Museumsbesuchern seien vor allem Behinderte, Familien und Migranten.

Der freie Unternehmensberater Martin Dumbs und der ehemalige Geschäftsführende Direktor der Kulturbetriebe Dortmund, Kurt Eichler, führten unter Berufung auf Erfahrungen in England und Dortmund aus, dass sich durch freie Eintrittspreise zwar oftmals die Besucherzahlen kurz- und mittelfristig steigern ließen, sie aber langfristig wieder auf das Ursprungsniveau zurückgingen. Zu beobachten sei aber, dass Museumsbesucher den freien Eintritt für Mehrfachbesuche nutzen. Von ähnlichen Erfahrungen aus Frankreich berichtete Mona Guichard, Kulturattachée an der französischen Botschaft. Auch sie verwies darauf, dass sich bildungsferne Bevölkerungsschichten auch über einen freien Eintritt nicht automatisch erreicht lassen.

Claus Rokahr, Verwaltungsdirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, sprach sich dezidiert gegen einen prinzipiell freien Eintritt aus. Er sprach sich aber für sozial gestaffelte Eintrittspreise und den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche aus. Der Kaufmännische Geschäftsführer der Kunsthalle Karlsruhe, Philipp Stanehl, plädierte dafür, die Kultureinrichtungen bei der Frage nach einem freien Eintritt sehr differenziert zu betrachten. Es ließen sich kaum verbindliche Aussagen über die Auswirkungen treffen. Auch Markus Walz, Professor für theoretische und historische Museologie an der Universität Leipzig, warnte vor überzogenen Erwartungen an einen freien Eintritt. Er verwies darauf, dass bereits viele Museen den kostenfreien Zugang bieten, umgekehrt aber auch viele Museen nicht auf die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern verzichten können.

Kirsten Witt, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, führte an, dass kulturelle Teilhabe ein verbrieftes Recht sei. Allerdings würden viele Menschen eben nicht nur wegen ökonomischen Gründen von Kultureinrichtungen ferngehalten. Bildung und Sozialisation spielten eine oftmals größere Rolle. Ein freier Eintritt müsste deshalb auch durch flankierende Maßnahmen ergänzt werden.

Von abweichenden Erfahrungen berichtete Janina Benduski, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste. In der freien Theaterszene habe man durch verschiedene Modellversuche zum Beispiel mit frei wählbaren oder gestaffelten Eintrittspreisen sehr wohl neue Publikumsschichten erreichen können, für die ein Theaterbesuch vorher nicht erschwinglich gewesen sei.



Pressemitteilung des Deutschen Kulturrates

25 10 2018

Konzertabsage beim Bauhaus Dessau: Stiftung und Kulturminister geben falsches Signal

Deutscher Kulturrat kritisiert Haltung der Stiftung Bauhaus Dessau und von Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra in der Causa Feine Sahne Fischfilet

Berlin, den 21.10.2018. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hat die Entscheidung des Bauhauses Dessau verteidigt, ein Konzert Band Feine Sahne Fischfilet abzusagen. MDR Kultur fasste seine Aussagen folgendermaßen zusammen: „Die linksextreme Punkband drinnen und Rechtsextreme draußen vor der Tür wären in diesem Fall nur durch Fenster voneinander getrennt gewesen. Er wolle sich nicht ausmalen, was das bedeutet hätte.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Aus Angst vor rechten Demonstrationen will die Stiftung Bauhaus Dessau ein Konzert des ZDF mit der linken, aber nicht extremen, Band Feine Sahne Fischfilet in seinen Räumen verhindern. Das ist ein absolut falsches Signal und verhöhnt die Geschichte des Bauhauses. 1932 setzten die Nationalsozialisten bekanntlich die Schließung des staatlichen Bauhauses in Dessau durch. Das Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra die Entscheidung der Bauhaus-Stiftung Dessau jetzt verteidigt, schießt endgültig den Vogel ab. Als Vertreter der Landesregierung hätte er unmissverständlich klarstellen müssen, dass die Sorgen und Ängste der Bauhausstiftung unbegründet sind, da das Land selbstverständlich die Sicherheit der Einrichtung garantiert. Wir erwarten, dass das Konzert am geplanten Ort stattfinden kann und das Land Sachsen-Anhalt selbstverständlich den Schutz der Einrichtung sicherstellt.“

Am 24. Oktober 2018 fand dazu eine Debatte im Landtag von Sachsen-Anhalt statt, in der auch Minister Rainer Robra eine ausführliche Stellungnahme abgibt – Link zur Landtagsdebatte

ZDF-Magazin „aspekte“: Beitrag mit Rainer Robra und Klaus Lederer  Video



Kulturpolitik im Fokus – Gespräch mit MdB Katrin Budde

15 05 2018

Gespräch zwischen MdB Katrin Budde und Dr. Christian Reineke im Rahmen der Sendung „Johansen Spezial“

Katrin Budde (SPD), Bundestagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, war gemeinsam mit Dr. Christian Reinecke, Vorsitzender der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V. und Axel Schneider, Geschäftsführer der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. zu Gast bei Lars Johansen. Wie steht es um die Kultur aus Bundes- und Landesebene, was hat sich die Koalition vorgenommen, was sind die dringensten Aufgaben aus der Sicht der Verbände, welche politische Unterstützung brauchen die Akteure? Diese und viele andere Fragen zum Verhältnis von Kulturpolitik zwischen Bund und Land werden in dem einstündigen Gespräch behandelt. Die Sendung wurde am 2. Mai 2018 aufgezeichnet und steht in der Mediathek des Offenen Kanals Magdeburg sowie auf Youtube (Link: https://youtu.be/4lXEGNiJkuc) zur Verfügung.

Gliederung der einstündigen Sendung:

Themen Minute
Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt allgemein 3:30
Soziokultur 5:30
Staatsministerin für Kultur und Medien 10:15
Kultur im ländlichen Raum

kulturelle Bildung

Kooperationsverbot Bund-Land

Digitalisierung

15:30
Kultur macht stark 19:10
Staatsziel Kultur

Kultur als Pflichtaufgabe

24:50
Aufgabenteilung der Landesregierung in Sachsen-Anhalt im Kontext mit Kultur 32:10
Prekäre Arbeitssituation von Künstlerinnen und Künstlern

Ehrenamt

Nachwuchskräftesicherung

35:50
Eingruppierung der Musikschullehrkräfte versus Vergütung der Lehrkräfte für Musik an allgemein bildenden Schulen 43:30
Provenienzforschung

Kulturelles Erbe

Digitalisierung

50:00
Ausschussarbeit im Bundestag 56:20
Kulturelle Integrationsprojekte 59:20


Gegen ein Klima der Angst und Denunziation! Aufruf zum Mitzeichnen

19 03 2018

Ein breites Bündnis von Akteur*innen aus Kultur, Gewerkschaft, Jugendhilfe,Wohlfahrt und Kirche weist die diffamierenden Angriffe auf die pluralistische Zivilgesellschaft zurück!

Magdeburg, 19. März 2018 – Viele Menschen engagieren sich bei zivilgesellschaftlichen Trägern, in Gewerkschaften, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Parteien und lokalen Initiativen für eine demokratische Alltagskultur. Dieses Engagement in Kultur, Bildung, Wohlfahrtspflege, Kirche und Gewerkschaft wird insbesondere durch rechtspopulistische Akteure diffamiert und in Frage gestellt.
Seit der Landtagswahl vor zwei Jahren verfügt dieser Angriff auf die demokratische Zivilgesellschaft mit der AfD-Fraktion über ein parlamentarisches Podium. Ob durch Redebeiträge im Plenum, durch Kleine und Große Anfragen zu einzelnen Trägern oder durch das Einsetzen einer Enquete-Kommission gegen „Linksextremismus“ – stets werden parlamentarische Kontrollinstrumente durch die AfD genutzt, um das solidarische und vielfältige Miteinander, das eine demokratische Gesellschaft ausmacht, in Frage zu stellen.
Ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Trägern will das nicht länger hinnehmen und setzt diesem undemokratischen Agieren ein deutliches Signal entgegen. Die Akteur*innen leisten mit ihrem Engagement einen zentralen Beitrag für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Sie engagieren sich für die Menschen und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Rassismus und Rechtspopulismus haben in diesem Wirken der Träger keinen Platz. Gleichzeitig rufen die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen all jene, die an diesen Werten festhalten, auf, derartige Angriffe auf die pluralistische Zivilgesellschaft zurückzuweisen und das notwendige Engagement für eine lebendige Demokratie und ein lebenswertes Sachsen-Anhalt – auch und gerade im Landtag – zu verteidigen.
Die Position „Gegen ein Klima der Angst und Denunziation“ wird von 54 Trägern als Erstunterzeichner*innen getragen. Weitere Informationen – auch zum Mitzeichnen der Erklärung – finden sich hier: www.zivilgesellschaft-sachsen-anhalt.de.

Der Aufruf im Wortlaut:

Gegen ein Klima der Angst und Denunziation
Angriffe auf die pluralistische Zivilgesellschaft zurückweisen
In den Reihen der zivilgesellschaftlichen Träger, in den Parteien von CDU bis Linkspartei, in Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden engagieren sich unzählige Menschen gemeinsam für eine demokratische Alltagskultur in Sachsen-Anhalt. Voraussetzung dafür ist ein gesellschaftliches Klima, das die Freiheit jedes und jeder Einzelnen, den Schutz vor Gewalt, die Anerkennung von Vielfalt und eine Kultur des Respekts garantiert. Im Rahmen einer solchen Kultur sind wir jederzeit bereit, unsere Arbeit sachlich zu erläutern, in einen fachlichen Austausch zu treten und Kritik offen zu begegnen.
Mit ihren parlamentarischen Redebeiträgen, Anfragen an die Landesregierung oder auch der Einrichtung einer Enquete-Kommission „Linksextremismus“ sucht die AfD allerdings nicht die sachliche Auseinandersetzung, sondern greift zivilgesellschaftliche Träger und staatliche Institutionen an und verunglimpft sie. Damit wird ein Klima des Misstrauens und der Denunziation gefördert.
Treffen können diese Angriffe alle, die für eine vielfältige und weltoffene Gesellschaft stehen und von der AfD als politische Gegner und Gegnerinnen ausgemacht werden – von den demokratischen Parteien über Kirchen und Gewerkschaften bis hin zu den Wohlfahrtsverbänden und anderen Trägern der Zivilgesellschaft.
Die gezielte Verbreitung von Gerüchten und Unterstellungen diskreditiert nicht nur unsere Arbeit, sondern stellt einen kaum verhohlenen Angriff auf die grundlegenden demokratischen Werte dar.
Wir fordern all jene, die an diesen Werten festhalten, auf, derartige Angriffe auf die pluralistische Zivilgesellschaft zurückzuweisen und das notwendige Engagement für eine lebendige Demokratie und ein lebenswertes Sachsen-Anhalt zu verteidigen.

Die Erstunterzeichner:

1. AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt e.V.
2. Aktion Musik e.V.
3. Aktion Musik/local heroes e.V.
4. Alternatives Jugendzentrum Dessau e.V.
5. ARTIST e.V. Magdeburg (Moritzhof)
6. Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
7. AWO Landesverband Sachsen-Anhalt
8. BDKJ Diözesanverband Magdeburg
9. Bernd Wolff
10. Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg
11. bejm – bund evangelischer jugend mitteldeutschland für die evangelischen Jugendverbände
12. Cornelia Heyse
13. Der Paritätische Sachsen-Anhalt
14. Deutsche Orchestervereinigung e.V.
15. Diakonie Mitteldeutschland
16. djo-Deutsche Jugend in Europa
17. Eine-Welt-Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V.

18. Evangelische Hoffnungsgemeinde
19. Evangelischer Kirchenkreis Magdeburg
20. Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
21. Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.
22. GEW Sachsen-Anhalt
23. ijgd
24. Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
25. Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt
26. Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.
27. KinderKunstForum e.V.
28. KinderStärken e.V. – Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal
29. Kirchenpräsident Liebig (Dessau)
30. Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.
31. Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V.
32. LAGFA Sachsen-Anhalt e.V.
33. Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt
34. Landesverband Offene Kanäle Sachsen-Anhalt e.V.
35. Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e.V.
36. Ländliche Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt e.V.
37. LASSA e.V. (Landesverband Soziokultur in Sachsen-Anhalt)
38. .lkj) Sachsen-Anhalt e.V.
39. Martina Klein, Oberkirchenrätin in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
40. Matthias Brenner
41. Miteinander e.V.
42. Multikulturelles Zentrum Dessau
43. Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e.V.
44. Paritätisches Jugendwerk Sachsen-Anhalt
45. Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland
46. Propst Christoph Hackbeil, Regionalbischof im Propstsprengel Stendal-Magdeburg
47. Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Merseburg
48. Projekt gegenPart – Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt
49. Siegfried von der Heide
50. Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken Landesverband Sachsen-Anhalt
51. Susanne Wiedemeyer, DGB Sachsen-Anhalt
52. ver.di Bezirk Sachsen-Anhalt Nord
53. ver.di Bezirk Sachsen Anhalt Süd
54. ver.di Landesbezirk Sachsen-Sachsen-Anhalt-Thüringen

Die Möglichkeit zur Mitzeichnung:  www.zivilgesellschaft-sachsen-anhalt.de

 



Kulturförderung 2018 – Minister Robra: „Starkes Signal“

1 03 2018
Kulturförderung 2018 vorgestellt – Kulturminister Robra: „Starkes Signal für das Kulturland Sachsen-Anhalt“
 
Übersicht über die Mittelverteilung im Einzelplan 17 im Haushaltsjahr 2018 in Sachsen-Anhalt für 334 Projekte
 
– Musik 6.075.700 €
– Denkmalpflege (inkl. UNESCO) 5.041.800 €
– Museumsförderung 1.964.200 €
– Kinder-, Jugend- und Soziokultur 1.174.400 €
– Bauhausjubiläum (Baumaßnahmen) 4.157.700 €
– Bauhausjubiläum (Marketing und Projekte) 2.320.000€
– Bibliotheken 557.200 €
– Modellprojekt Theaterpädagogik 420.000 €
– Freie Theaterförderung 503.400 €
– Traditions- und Heimatpflege 354.200 €
– Sonstige Projekte 1.640.900 €
 
Gesamt 24.279.500
 
Pressemitteilung 91/2018 der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt:
„Sachsen-Anhalts Landesregierung fördert 2018 insgesamt 334 Projekte im Bereich Kultur mit rund 24,3 Mio. Euro an Landesmitteln. Staats- und Kulturminister Rainer Robra hat hierzu heute die Ergebnisse der Prioritäten-Beratungen über die im Kulturhaushalt verfügbaren Fördermittel bekannt gegeben und die Förderschwerpunkte im Haushaltsjahr 2018 vorgestellt. Besondere Akzente setzt die Staatskanzlei als zuständiges Ressort demnach bei der Förderung im Musik- und im Denkmalschutzbereich.
„Kunst, Musik und Kultur kennzeichnen in besonderer Weise Sachsen-Anhalt. Mit der inhaltlichen Ausrichtung der Projektförderung 2018 wollen wir dazu beitragen, die Angebotsvielfalt in der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts weiter auszubauen. Die Ergebnisse der Prioritäten-Beratungen sind sein starkes Signal für das Kulturland Sachsen-Anhalt“, so Robra. „Es ist uns gelungen, hier eigene Akzente zu setzen, um Sachsen-Anhalts Ruf als Kulturland weiter zu stärken.“
Bei den 24,3 Mio. Euro handelt es sich um Mittel im Kulturhaushalt, über die Projekte in 2018 gefördert werden können und die nicht bereits über Verträge, Verpflichtungen oder als Teil der institutionellen Förderungen gebunden sind.
Mit insgesamt rund 6,1 Mio. Euro steht ein Großteil der Landesmittel für den Musikbereich bereit. Zu den Leuchtturmprojekten der Allgemeinen Musikförderung zählen auch 2018 das Kurt Weill Fest in Dessau-Roßlau, die Händel-Festspiele in Halle oder die Telemanntage in Magdeburg. In den Regionen des Landes fördert die Landesregierung eine Reihe von lokalen Musikfesten, darunter auch das erstmals stattfindende Gitarrenfestival in Magdeburg, das erste seiner Art in Mitteldeutschland. Darüber hinaus wird ein besonderer Fokus auf die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses im Land gelegt. Rund 3,5 Mio. Euro stehen für Projekte der Musikschulen im Land zur Verfügung, wie etwa den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ oder für die Musikschultage des Landes.
Sachsen-Anhalt zählt zu den an Denkmalen reichsten Bundesländern Deutschlands. Die Erhaltung und Pflege dieses einmaligen kulturellen Erbes ist ein wichtiges Anliegen der Landesregierung. Insgesamt sind rund 5 Millionen Euro für die Sicherung, Sanierung und Restaurierung von Denkmalen im Land vorgesehen. Rund 2,4 Mio. Euro entfallen davon auf die allgemeine Denkmalpflege: Neben Sanierungsprojekten an regional bedeutsamen Kirchen, wie der Johanniskirche Werben oder der Predigerkirche Thomas Müntzers in Allstedt, unterstützt das Land u.a. Sanierungsarbeiten an den Schlössern Erxleben und Hessen. Darüber hinaus stehen rund 2,6 Mio. Euro zur Pflege und für den Erhalt der UNESCO-Welterbestätten zur Verfügung.
Rund 6,8 Mio. Euro stehen im Haushaltsplan 2018 für Vorbereitungen rund um das Bauhaus-Jubiläum 2019 zur Verfügung.“
Die Stimme der parlamentarischen Opposition dazu: 

Unter der Überschrift »Starkes Signal für das Kulturland Sachsen-Anhalt« hat Kulturminister Robra heute die Ergebnisse der Prioritäten-Beratungen über die im Kulturhaushalt verfügbaren Fördermittel bekannt gegeben und die Förderschwerpunkte im Haushaltsjahr 2018 vorgestellt. Besondere Akzente setze die Staatskanzlei als zuständiges Ressort demnach u.a. bei der Förderung im Musikbereich. Dazu erklärt der kulturpolitische Sprecher Stefan Gebhardt:

»Zunächst bleibt festzuhalten, dass sich die Landesregierung zwar damit brüstet im Jahr 2018 334 Projekte im Bereich Kultur mit rund 24,3 Millionen Euro zu fördern. Beschlossen und zur Verfügung gestellt wurden diese Gelder jedoch vom Landtag.

Wie so oft steckt aber auch hier der Teufel im Detail. Denn obwohl der Landtag ausreichend Mittel auch für den Musikbereich zur Verfügung gestellt hat und sich die Landesregierung bei der Förderung des Musikbereiches selbst besondere Akzente zuschreibt, bleibt Tatsache, dass die Staatskanzlei gerade versucht, das IMPULS-Festival als einziges Festival für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt radikal zu beschneiden.

Das IMPULS-Festival somit in seiner Existenz zu gefährden, widerspricht dem Eigenlob der Landesregierung. Hier von einem starken Signal für das Kulturland Sachsen-Anhalt zu sprechen, ist zynisch.

Wie bereits angekündigt wird die Fraktion DIE LINKE zur kommenden Landtagssitzung einen Antrag einbringen, der die Landesregierung auffordert, das IMPULS-Festival als erfolgreiches und europaweit einzigartige Projekt fortzuführen.«



Fortbildung zur neuen Datenschutz-Grundverordnung

12 01 2018

Datenschutz in der Kulturarbeit, im gemeinnützigen Verein und die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) die ab Mai 2018 gelten wird

Die Fortbildungsveranstaltung findet am Freitag, den 16. März 2018 – 14 bis 17 Uhr – statt.

Ort: Forum Gestaltung, Brandenburger Str. 9 – 39104 Magdeburg

Anmeldung an fortbildung@lkj-sachsen-anhalt.de – die Teilnahme ist kostenlos (Anmeldung erforderlich).

Was ist geplant?

  • Vortrag zu den Grundsätzen/Neuerungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und dem neuen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) durch einen Mitarbeiter des Landesbeauftragten,
  • Praxisbeispiele / Erörterung / Fragen / Antworten

Zur Vorbereitung und zur Annäherung an das Thema drei Links

https://datenschutz.sachsen-anhalt.de/informationen/internationales/datenschutz-grundverordnung/

10-Punkte-Papier

https://datenschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Landesaemter/LfD/PDF/binary/Informationen/Internationales/Datenschutz-Grundverordnung/10-Punkte_Papier_PM_Datenschutz_bleibt_Chefsache.pdf

Fragenkatalog

https://datenschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Landesaemter/LfD/PDF/binary/Informationen/Internationales/Datenschutz-Grundverordnung/KMU_Vorbereitung_auf_die_DS-GVO.pdf

Bußgelder

Drastische Änderungen enthält die DS-GVO bei der Höhe der Bußgelder. Im Extremfall können bis zu 40 Mio. Euro anfallen. Damit soll eine abschreckende Wirkung erzielt werden. Natürlich werden bei Vereinen im Fall von Verstößen keine so dramatischen Beträge fällig, vier- bis fünfstellige Bußgelder sind aber denkbar.

Nach Artikel 82 der DS-GVO haben Personen, die wegen eines Verstoßes gegen die Verordnung einen immateriellen Schaden erleiden, einen Schadensersatzanspruch. Ein solcher immaterieller Schaden kann beispielsweise in einer Rufschädigung bestehen. (Quelle: www.vereinsknowhow.de)



Protest des Landesmusikrates gegen Kulturabbau

2 01 2018

Quo vadis, Musikland Sachsen-Anhalt?

Landesmusikrat Sachsen-Anhalt e. V. protestiert gegen strukturellen Abbau am Institut Musikpädagogik/Künstlerische Praxis an der Universität Halle

Der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt e. V. protestiert gegen die Entscheidung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Abteilung Musikpädagogik/Künstlerische Praxis einem Aderlass zu unterziehen. Die ohnehin nur marginal vorhandene Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für die Musikschulen wird in dessen Folge praktisch zum Erliegen kommen, die für Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen strukturell schwer geschädigt sein.

Sachsen-Anhalt hat sich 1992 der Wiedergründung der Musikhochschule Halle versagt und an ihrer Stelle eine universitäre Ausbildung von Musikpädagogen eingerichtet. Vor dem Hintergrund des akuten Fachlehrermangels in allen schulischen Bereichen, bereits seit Jahren akut an allgemeinbildenden und in Kürze auch an Musikschulen eintretend, ist es sowohl verheerend, die Axt an deren Ausbildung zu legen als auch unverantwortlich seitens der zuständigen Ministerien, dem unter Verweis auf die Hoheit der Universität tatenlos zuzusehen.

Gerhard Miesterfeldt, Präsident des Landesmusikrates, dazu: „Der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt erwartet, dass sich angesichts der auch im Koalitionsvertrag niedergelegten Bildungs- und Kulturziele für das Land die zuständigen Minister und der Rektor der Universität ihrer Verantwortung um die Bildung von Kindern und Jugendlichen, den zukünftigen Studentinnen und Studenten, bewusst werden und tragfähige Lösungen suchen, die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in und für Sachsen-Anhalt umfänglich und dauerhaft zu sichern.“

Weitere Auskünfte

Gerhard Miesterfeldt, Präsident des Landesmusikrats Sachsen-Anhalt

Tel./Mobil: +49 (0) 160 97306655

E-Mail: gerhard-miesterfeldt@web.de