Haushalt 2017: Verbände fordern Klarheit

22 11 2016

OFFENER BRIEF DER TRÄGER DER JUGEND-, SOZIAL- UND
KULTURARBEIT, INTEGRATIONSARBEIT UND DER ENGAGEMENTFÖRDERUNG

Magdeburg, 21.11.2016. Mit einem Offenen Brief wenden sich landesweite
gemeinnützige Träger Sachsen-Anhalts an die Landesregierung und den Landtag.
Die Vereine und Verbände erwarten neben einer umgehenden Lösung für die
ungeklärte Haushaltssituation auch eine generelle Debatte über die Rolle von
Jugend-, Sozial- und Kulturarbeit im Land.

In einem Offenen Brief von

  • Auslandsgesellschaft,
  • fjp>media,
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen,
  • Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung,
    Landesnetzwerk Migrantenorganisationen,
  • Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit,
  • Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe
  • Kinder- und Jugendring

wenden sich die Träger mit dem Aufruf um einen verbindlichen Dialog an Landesregierung und Landtag.

„Wir sehen uns als zentrale Pfeiler der demokratischen Zivilgesellschaft des Landes,
leisten einen wichtigen Beitrag für gesellschaftliche Aufgaben hier. Damit stiften wir
Identität und Heimatgefühl für die Menschen in Sachsen-Anhalt. Über 1.600
Ehrenamtliche engagieren sich in unseren Projekten und Angeboten. Außerdem sind wir,
ebenso wie Unternehmen, auch Investoren und Arbeitgeber“, erklärt Anne Haertel, Vorsitzende
des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt für das Trägerbündnis. Allein 3,8
Millionen Euro an Dritt- und Eigenmittel investieren die im Brief genannten Vereine
jährlich, beschäftigen über 130 Menschen. Trotzdem komme es jedes Jahr zu prekären
Situationen aufgrund später Förderung, stünden Projekte und Arbeitsplätze jährlich auf
der Kippe. Oft fühlen sich die Verbände nicht Ernst genommen und anerkannt.
Deswegen sei es wichtig, Selbstverständnis und Verständnis der Arbeit und Rolle von
Jugend-, Sozial- und Kulturarbeit, Integrationsförderung und Engagementförderung
gemeinsam mit Politik und Trägern zu diskutieren. Dazu lädt das Trägerbündnis die
Mitglieder des Landtages und der Landesregierung ein. Akut erwartet das Bündnis
wegen des noch nicht beschlossenen Haushaltes kurzfristige Lösungen für die
Förderbescheide.

Den Offenen Brief gibt es im Internet unter diesem Link.



Kulturpolitik: Große Anfrage zur Förderung der Verbände

2 11 2016

Im Landtag von Sachsen-Anhalt die Fraktion DIE LINKE eine Große Anfrage eingereicht (Drucksache 7/500 vom 25. Oktober 2016). Im Mittelpunkt steht die Auswertung der externen Evaluation der durch das Land Sachsen-Anhalt institutionell geförderten Vereine und Verbände im Kulturbereich. Das Dokument im Wortlaut: Externer Link

Eine „Kleine Anfrage“ der SPD-Fraktion zur „Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich“ wurde von der Landesregierung Ende Oktober 2016 bereits beantwortet – im Wortlaut: Externer Link



Kulturminister ernennt fünf Engagementbotschafter

23 09 2016

Bei einem Festakt in der Staatskanzlei in Magdeburg wurden am 21. September 2016 die neuen „Engagementbotschafter Kultur“ durch Kulturminister Rainer Robra berufen. Organisiert von der Arbeitsgruppe „Bürgerschaftliches Engagement in der Kultur (AG BEK) unter der Leitung von Dr. Annette Schneider-Reinhardt wurden fünf Persönlichkeiten benannt:

  • Martin Hoffmann (Magdeburg) für Soziokultur;
  • Thomas Stieghahn (Magdeburg) für freies Theater;
  • Helmut Qual (Sangerhausen) Bereich Tourismus;
  • Erhardt Berner (Dessau) Bereich Mundartpflege;
  • Hennig Krüger (Kalbe) Kultur- und Heimatpflege.

Ausführliche Berichte: Hier und hier



Wahlen: Wer macht die beste Kulturpolitik?

15 09 2016

Landeskulturpolitik

Kulturpolitik liegt zuvorderst in der Verantwortung von Kommunen und Ländern. Jedes Bundesland sieht sich vor spezifischen kulturpolitischen Herausforderungen und ist zuständig für die eigene kulturelle Entwicklung. Dabei sind der Erhalt der kulturellen Vielfalt, der Ausbau der kulturellen Teilhabemöglichkeiten und die unumgängliche Ausweitung der kulturellen Infrastruktur in den Bundesländern gerade heute zur Bewältigung neuer Herausforderungen Schlüsselbereiche. Im Themenbereich Landeskulturpolitik wird die aktuelle Kulturpolitik in den 16 deutschen Bundesländern beleuchtet.

Stimmen Sie ab: Vom 1. bis zum 22. September 2016 können Sie an unserer Umfrage „Welches Bundesland macht die beste Kulturförderpolitik?“ teilnehmen.

Link zur Stimmabgabe

Zur Auswertung: Saarland, Brandenburg und Rheinland-Pfalz sind die drei Länder mit der besten Kulturpolitik. Sachsen-Anhalt liegt im hinteren Mittelfeld – immerhin.

Details



Kulturkonferenz trifft Kulturminister Robra

2 09 2016

Gemeinsame Pressemitteilung von Kulturminister Robra und dem Verein Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V.

Auf Einladung von Kulturminister Rainer Robra fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V. in den Räumen der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt statt. Diese Gelegenheit nutzte der Kulturminister gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger, ein ausführliches Gespräch mit dem Vorstand und den Mitgliedern der Kulturkonferenz zu führen und zentrale kulturpolitische Aufgaben anzusprechen. „Ich freue mich, dass im Laufe des Gesprächs viele Gemeinsamkeiten erkannt wurden“, so Robra. Das stimme ihn positiv für die weitere Entwicklung der Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt. „Die Einladung in die Staatskanzlei sowie die Bereitschaft, die Kulturkonferenz als spartenübergreifenden Dachverband in kulturpolitischen Belangen als beratendes Gremium einzubeziehen sehen wir als äußerst positives Signal an die Kulturaktiven im Land“, fügte der Vorsitzende der Kulturkonferenz e.V., Dr. Christian Reineke hinzu.

Kulturminister Robra versprach, eine Verbesserung der Verwaltungsabläufe bei öffentlichen Förderungen zu prüfen und kündigte an, die im Koalitionsvertrag beschlossenen Schwerpunkte der Kulturarbeit Schritt für Schritt abzuarbeiten. Außerdem vereinbarten die Teilnehmer, sich zukünftig regelmäßig zum gemeinsamen Austausch zu treffen.

Schließlich gratulierte Kulturminister Robra dem neuen Vorstand zu dessen Wahl.

Kulturstaatssekretär v.l.n.r.; Dr. Gunnar Schellenberger und Kulturminister Rainer Robra, daneben Ulrich Katzer und Christian Reineke (Foto: Andreas Kaluza)

V.l.n.r.:  Kulturstaatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger und Kulturminister Rainer Robra, daneben Ulrich Katzer und Christian Reineke (Foto: Andreas Kaluza)

Hintergrund

Der Verein Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V. ist ein Dachverband von 21 Kulturvereinen in Sachsen-Anhalt und wurde 2013 gegründet. Dem auf drei Jahre neu gewählten Vorstand gehören an:

  • Vorsitzender: Dr. Christian Reineke (Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Stellvertretende Vorsitzende: Susanne Kopp-Sievers (Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.)

Weitere Vorstandsmitglieder sind:

  • Ulrich Katzer (Deutscher Bühnenverein e.V., Landesverband Ost),
  • Dr. Annette Schneider-Reinhardt (Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.),
  • Stephan Behrmann (Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Lars Johansen (Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren in Sachsen-Anhalt e.V.).


Kulturkonferenz wählt neuen Vorstand

1 09 2016

KulturkonferenzIMAG0123Die Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e. V. hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 31.8.2016 turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Als Vorsitzender wurde Dr. Christian Reineke (vordere Reihe, 3. v. l.) einstimmig bestätigt. Als seine Stellvertreterin fungiert Susanne Kopp-Sievers (vordere Reihe, 4. v. l.). Zudem wurden vier Beisitzer bestellt, und zwar Stephan Behrmann (vorn links), Dr. Annette Schneider-Reinhardt (vorn 2. v. l.), Ulrich Katzer (vorn rechts) sowie Lars Johansen (2. Reihe, 3. v. r.). Der neue Vorstand ist für drei Jahre im Amt.



Erklärung zivilgesellschaftlicher Träger in Sachsen-Anhalt

23 08 2016

Für ein demokratisches Sachsen-Anhalt der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts

Präambel
Wir engagieren uns für eine demokratische Alltagskultur in Sachsen-Anhalt. Sie ermöglicht die aktive Teilhabe aller Menschen an der Gestaltung des Zusammenlebens. Voraussetzung hierfür ist ein gesellschaftliches Klima, in dem alle ohne Angst verschieden sein und leben können. Ein Klima, das die Freiheit jedes*jeder Einzelnen, den Schutz vor Gewalt, den Abbau von Ungleichheiten und eine Kultur des Respekts garantiert. Wir engagieren uns gegen jede Form der Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Gerade die aktuellen Debatten um Flucht, Asyl und Integration zeigen, wie wichtig es ist, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Daher engagieren wir uns für eine inklusive
Gesellschaft, in der die Verschiedenheit von Lebensentwürfen selbstverständlich ist und jeder*jede Einzelne in der Gestaltung seines*ihres Lebens Unterstützung und Förderung erfährt. Die Wahrung der Menschenrechte ist unser Grundanliegen. Als zivilgesellschaftliche Träger begrüßen wir die Selbstverpflichtung der Regierungskoalition, sich für die Freiheit und gegen Menschenverachtung einzusetzen: „Freiheit ist für uns ein Grundwert. Aus ihr erwächst für uns die bleibende Verpflichtung, die Menschenrechte und die Werte unserer freiheitlichen Gesellschaft entschlossen gegen populistische Stimmungsmache und ideologische Hetze zu verteidigen. Für menschenverachtende Parolen und diffamierende Angriffe auf die Demokratie darf es keinen Raum geben. Unsere Demokratie lebt vom Respekt vor demokratischen Grundrechten und davon, dass Bürgerinnen und Bürger sich an Entscheidungen beteiligen und diese nachvollziehen können. Deshalb wollen wir Partizipation und Transparenz weiter stärken.“

1. Kulturelle Vielfalt
Wir engagieren uns für ein weltoffenes und kulturell vielfältiges Sachsen-Anhalt. Wir stehen für eine Vielfalt regionaler Prägungen und kultureller Ausdrucksformen. Wir setzen uns dafür ein, dass es allen Menschen möglich ist, am kulturellen Leben teilzuhaben und dieses auch aktiv mitgestalten zu können – unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer sozialen Verhältnisse oder ihrer Religion. Kulturelle Vielfalt ist für uns die elementare Voraussetzung für ein gemeinsames Zusammenleben. Sie ermöglicht die Bewahrung, die Erschließung und die Präsentation sowohl des kulturellen Erbes als auch des künstlerischen Schaffens der Gegenwart.

2. Religionsfreiheit
Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft und die freie Religionsausübung sind für uns ebenso grundlegende Rechte im gesellschaftlichen Zusammenleben wie die Entscheidung für ein Leben ohne Gottesbezug. Menschenrechte und Menschenwürde sind für uns unteilbar und stehen auch, gerade mit Blick auf religiöse Überzeugungen, nicht zur Disposition. Voraussetzung für eine freie und solidarische Gesellschaft ist dabei der gegenseitige Respekt sowie die Anerkennung demokratischer und menschenrechtsorientierter Werte.

3. Gleichstellung von Frauen* und Männern*
Wir stehen für die Gleichstellung der Geschlechter und setzen uns für die Verwirklichung des in Art. 3 Grundgesetz verankerten Gleichheits- und Gleichberechtigungsgebotes ein. Wir engagieren uns insbesondere für die Chancengleichheit von Frauen* und Männern* in der Gesellschaft und die gleichwertige Betrachtung der Geschlechter in allen Lebensbereichen. Wir setzen uns für die gleichberechtigte Teilhabe sowie die eigenständige soziale Absicherung für alle Frauen* ein.

4. Anerkennung der Vielfalt der geschlechtlichen Identitäten
Wir engagieren uns für ein gesellschaftliches Miteinander, das von Akzeptanz, Freiheit und Gleichbehandlung aller geschlechtlicher Identitäten von Mädchen*, Jungen*, Frauen* und Männern* geprägt ist. Wir stehen für die Chance auf Selbstverwirklichung aller und für zuschreibungsfreie Räume.
Inter- und Transgeschlechtlichkeit sind Varianten der geschlechtlichen Entwicklung und des geschlechtlichen Erlebens. Sexuelle Orientierungen sind eine individuelle und persönliche
Angelegenheit. Wir treten für die Anerkennung der Vielfalt der geschlechtlichen Identitäten ein und gehen aktiv gegen Homosexuellenfeindlichkeit und Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität vor.

5. Kinder, Jugendliche und junge Menschen stärken
Wir engagieren uns für die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen. Sie sind Expert*innen in eigener Sache. Wir begleiten sie bei der Formulierung und
Vertretung ihrer Interessen. Erfahrungs- und Erlebnisräume für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt sind für junge Menschen unerlässlich. Wir setzen uns für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen ein und stärken die Selbstorganisation junger Menschen.

Die Trägerlandschaft in Sachsen-Anhalt ist ein freiwilliger Zusammenschluss von landesweiten zivilgesellschaftlichen Trägern in Sachsen-Anhalt. Mit ihren zahlreichen Organisationen, Vereinen und Verbänden ist diese zentraler Bestandteil der demokratischen Zivilgesellschaft. Sie bildet eine Struktur zum Mittun und ermöglicht damit allen Menschen in Sachsen-Anhalt Partizipation an der Demokratie sowie aktive Teilhabe an und Mitgestaltung der Gesellschaft. Die Träger leisten eine fachlich gute, gesellschaftlich wertvolle Arbeit und bieten die notwendige Unterstützung zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Als Träger der Zivilgesellschaft stehen wir deutlich ein für ein vielfältiges Miteinander, stärken unsere Demokratie und beziehen Position für unsere Werte und gegen Positionen, die diesem Gesellschaftsbild widersprechen.

  • AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt e.V.
  • Aktion Musik / local heroes e.V.
  • Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
  • Bildungsnetzwerk Magdeburg gGmbH
  • Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Magdeburg
  • bund evangelischer jugend in mitteldeutschland (bejm)
  • Deutsche Orchestervereinigung e.V.
  • DGB-Jugend Sachsen-Anhalt
  • Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.
  • Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.
  • Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt e.V.
  • Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage
  • Institut für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien e.V.
  • Internationale Jugendgemeinschaftsdienste Sachsen-Anhalt e.V.
  • Jugendfeuerwehr Sachsen-Anhalt im Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt e.V.
  • Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.
  • KinderKunstForum e.V.
  • Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe Sachsen-Anhalt e.V.
  • Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesschülerrat Sachsen-Anhalt
  • Landesverband Offene Kanäle Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V.
  • Lesben- und Schwulenpolitischer Runder Tisch Sachsen-Anhalt
  • Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.
  • Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.
  • SJD-Die Falken Landesverband Sachsen-Anhalt
  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt

September 2016



Kulturrat ruft zur Demonstration gegen TTIP und CETA auf

23 08 2016
Großdemonstrationen am 17. September in sieben Städten – Bündnis „CETA & TTIP stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“

Die Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e. V. unterstützt diesen Aufruf des Deutschen Kulturrates 

Berlin, den 23.08.2016. Mit sieben parallelen Großdemonstrationen will ein breites gesellschaftliches Bündnis den immer lauter werdenden Protest gegen die umstrittenen Handelsabkommen CETA und TTIP am 17. September bundesweit auf die Straße bringen. Unmittelbar vor dem SPD-Parteikonvent zu CETA sowie dem entscheidenden Treffen des EU-Handelsministerrats markiert der bundesweite Demonstrationstag den bisherigen Höhepunkt der Proteste. Die mehr als 30 Trägerorganisationen fordern heute in der Bundespressekonferenz den sofortigen Stopp der Verhandlungen über TTIP und die Aussetzung der Ratifizierung von CETA. Für sie sind die Abkommen ein demokratiepolitischer Skandal – ebenso wie das Vorhaben der EU-Kommission, CETA noch vor der Ratifizierung durch die nationalen Parlamente vorläufig anzuwenden.

Das Bündnis umfasst Gewerkschaften, Globalisierungskritiker, Wohlfahrts-, Sozial- und Umweltverbände, kultur-, demokratie- und entwicklungspolitische Organisationen, Initiativen aus Kirchen und von kleinen und mittleren Unternehmen sowie für Verbraucherschutz und nachhaltige Landwirtschaft. Es kritisiert, dass mit CETA und TTIP eine Paralleljustiz für Investoren verankert und rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt werden. Es drohe die Aushöhlung der demokratischen Gestaltungsspielräume. Staaten würden auf Investitionsschutz zu Lasten der Gemeinwohlorientierung verpflichtet, soziale und ökologische Errungenschaften der Gewinnerwartung von Großunternehmen untergeordnet. „Ein demokratisch bestimmtes Gemeinwesen mit hohen sozialen Standards muss Vorrang vor Sonderrechten für grenzüberschreitend tätige Investoren und Unternehmen behalten!“, so Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, ergänzt: „Wo es um Erziehung, Pflege oder soziale Arbeit geht, haben Profitinteressen nichts zu suchen. CETA und TTIP bedrohen soziale Standards, gefährden unsere gemeinnützigen sozialen Dienste und hebeln die Bürgergesellschaft aus. CETA und TTIP müssen deshalb sofort gestoppt werden. Wir brauchen bei beiden Verträgen einen Neuanfang.“

Zu den Leidtragenden der durch die Abkommen forcierten Handelspolitik – insbesondere im Agrarsektor – gehören weltweit „die Ärmsten der Armen“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt. „CETA und TTIP stehen im Gegensatz zu einer werteorientierten Handelspolitik und den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Mit CETA und TTIP vergrößern die führenden Industriestaaten die globale Schere zwischen reichem Norden und armen Süden. Damit Handel zum Motor für Nachhaltige Entwicklung und ein gutes Leben für alle wird, brauchen wir faire Abkommen mit höheren, nicht niedrigeren sozialen und ökologischen Standards.“

Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, begründet das Engagement aller großen Umweltverbände in der Bewegung gegen die Abkommen: „Wer den Schutz der Natur ernst nimmt, darf keine neoliberale Politik der Deregulierung verfolgen. Die geplanten Freihandelsabkommen versündigen sich an kommenden Generationen, sie sind organisierte Verantwortungslosigkeit.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann sieht die „kulturelle Vielfalt“ durch CETA gefährdet: „Weder die öffentliche Förderung von Kultureinrichtungen noch der öffentlich-rechtliche Rundfunk sind ausreichend gesichert. CETA und TTIP sind ein kulturpolitischer Sündenfall, der negative Auswirkungen auf die Künstler, die Kultureinrichtungen und die Kulturwirtschaft in Europa haben wird. Der Kulturbereich arbeitet international, gerade deshalb ist es notwendig, dass die Spielregeln nicht einseitig zu Gunsten weniger Kulturkonzerne verschoben werden.“

Die Organisatoren unterstreichen den transatlantischen Charakter ihres Protestes und distanzieren sich deutlich von nationalistisch motivierter Freihandelskritik. Christoph Bautz, geschäftsführender Vorstand bei Campact: „Am 17.9. gehen Menschen aus allen Schichten und Teilen der Gesellschaft zeitgleich in sieben Städten auf die Straße. Es ist eine Bürgerbewegung, in der alle willkommen sind – außer von rechts außen. Diese Menschen verbindet in all ihrer Vielfalt etwas sehr Grundsätzliches: die Sorge um unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat.“

Alle unterstützenden Organisationen auf der Netzwerkseite des Trägerkreises:
www.ttip-demo.de/home/netzwerk/

Der Aufruf zu den Demonstrationen: www.ttip-demo.de/home/aufruf

Kontakt:
TTIP-Demo-Büro
Kathrin Ottovay (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel: 030 810560257
Mobil: 01520 6788920
Email: ottovay[aet]ttip-demo.de



Kultur lässt sich nicht spalten

4 05 2016

Die Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e.V. hält es für äußerst bedenklich, den Kulturbereich auf zwei Ministerien aufzuspalten. Laut Medien-Information sollen künftig sowohl das Kultusministerium als auch die Staatskanzlei für Bereiche der Kultur zuständig sein. Theater, Orchester oder bildende und angewandte Kunst etwa gehen an die Staatskanzlei, während Bibliotheken, Kinder- und Jugendkultur oder Museen im Kultusministerium verbleiben. „Wie soll das praktisch funktionieren?“ so der Vorsitzende der Kulturkonferenz Christian Reineke. „Die Kultur in Sachsen-Anhalt lebt doch von einem gewachsenen und sich gegenseitig bereichernden Netzwerk. Beispielsweise kooperieren die Musikschulen als staatlich anerkannte Bildungseinrichtungen mit über 700 anderen Einrichtungen, viele ihrer Lehrkräfte sind gleichzeitig auch Musiker in den Theaterorchestern oder unterrichten an allgemein bildenden Schulen“. Die Aufteilung etwa von kultureller Bildung und der sogenannten Hochkultur in zwei Ministerien sei darum sachlich und fachlich falsch, zu eng sei Kultur und Bildung über zahlreiche und bundesweit renommierte Kooperationsprojekte miteinander verzahnt. Außerdem widerspräche dies einer Kernaussage des neuen Koalitionsvertrags, in dem Kultur als eng mit Bildung zusammenhängend erkannt worden sei und Synergieeffekte wie auch Reduzierung von Verwaltungsaufwand angestrebt werden.
Die Kulturkonferenz rät darum dringend, den Kulturbereich bei einem Ministerium zu belassen. Die vernetzte Kunst- und Kulturszene in Sachsen-Anhalt braucht einen starken Ansprechpartner und einen Kulturhaushalt, dessen Verteilung nicht ständig zwischen einzelnen Ministerien neu ausgehandelt werden muss.

Ergänzende Beiträge zur aktuellen Debatte:

Bildungsminister Marko Tullner in einem Beitrag der MZ vom 4. Mai 2016

Bildungsminister Marko Tullner in einem Beitrag der MZ vom 4. Mai 2016



Magdeburger Resolution

29 04 2016

Magdeburger Resolution
initiiert von der Kulturkonferenz Sachsen-Anhalt e. V.

Teilnehmende der Konferenz „Kultur öffnet Welten“ appellieren an die Regierung und demokratische Opposition der 7. Legislaturperiode im Land Sachsen-Anhalt

Überzogener Nationalismus steht der Freiheit der Kunst diametral gegenüber. Völkische Ideologien sind nicht geeignet, kulturelle Schöpfungsprozesse zu bestimmen.
Heimattümelnde Parolen bilden keine Diskussionsgrundlage. Sachsen-Anhalt ist ein weltoffenes Land, das in der Mitte Deutschlands und Europas liegt.

Eine deutsche Leitkultur gibt es nicht. Daher lassen sich auch Museen, Theater, Orchester und andere Kultureinrichtungen nicht in die Pflicht nehmen, stets einen positiven Bezug zur eigenen Heimat zu fördern oder zwangsweise zur Identifikation mit unserem Land anzuregen. Sachsen-Anhalt ist ein Land der kulturellen Vielfalt. Unsere Kultur wird geprägt durch die verschiedenen Regionen und durch unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen der Menschen, die hier leben, egal ob sie hier geboren oder zugewandert sind.

Kulturelle Bildung ermöglicht die Teilhabe am kulturellen Leben. Diese Teilhabe muss allen Menschen offen stehen, der kulturelle Hintergrund, das Einkommen, die sozialen
Verhältnissen oder der Aufenthaltsstatus dürfen dabei keine Rolle spielen. Durch kulturelle Teilhabe gelingt Integration, unabhängig davon, wie lange jemand schon in Deutschland lebt. Die vielfältige kulturelle Infrastruktur ist eine elementare Voraussetzungen für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Kulturelle Infrastruktur sichert die Bewahrung, Erschließung und Präsentation sowohl des kulturellen Erbes als auch des künstlerischen Schaffens der Gegenwart.

Die Akteure dieser Infrastruktur, die Kulturschaffenden und -vermittelnden in Sachsen-Anhalt, werden sich nicht ideologisch vorschreiben lassen, wie sie ihre Arbeit zu gestalten haben. Nationalistische, völkische und heimattümelnde Denkansätze sind Gegensätze zu Weltoffenheit, Demokratie und Freiheit – und deshalb keine Bestandteile der Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt.

Wer diesen Aufruf unterstützen möchte, kann dies gern mit einer E-Mail an info@kulturkonferenz-sachsen-anhalt.de tun. Wir freuen uns auf viele Mitzeichnende!